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Tierisch gute Ferien

Kira, die junge Aussie-Hündin, kann heute ihre Augen nicht von Conny und Steffen lassen – sie spürt die Aufregung und Vorfreude ihrer Menschen. Im ganzen Haus herrscht geschäftiges Treiben, sie sammeln viele Dinge ein und stecken es in verschiedene Koffer. Vorsichtshalber legt sich Kira in einen der noch geöffneten Reisekoffer, denn egal, was heute noch passiert, sie will unbedingt dabei sein. Die junge Kira geht das erste Mal auf Reisen, und was sie auch noch nicht weiss: Ihr eigenes Köfferchen ist schon längst gepackt. Das hat Conny schon am Vortag erledigt, während ihr Mann mit Kira einen Waldspaziergang unternahm. Dank einer Hunde-Packliste ging das ganz schnell. Und damit auch Sie die Ferien mit Ihrem Vierbeiner geniessen können, habe ich hier noch viele weitere Tipps für Sie zusammengestellt.

 

PACKLISTE FÜR DEN HUND

 

Heimtierpass
• Erste-Hilfe-Set
• Maulkorb (bitte vor der Reise antrainieren)
• Leine
• Spielzeug
• Brustgeschirr (für Wanderungen)
• Fressnäpfe
• Wassernapf für unterwegs
• Genügend Wasser für die Reise
• Futtervorrat
• Leckerlis
• Namensschild mit Telefonnummer und Heimadresse
• Decke
• Handtücher
• Kotbeutel
• Bürste
• Tragetasche für sehr kleine Hunde
• Reiseapotheke

 

Vorbeugen ist alles
Die tödliche Nervenkrankheit Tollwut stellt in den meisten Ländern Europas keine Gefahr mehr dar, aber nicht in allen. Je nach Reiseland gibt es ausser Tollwut nämlich noch andere Krankheiten, die Ihr Hund von den Ferien heimbringen könnte. Vor allem Parasitenkrankheiten wie Piroplasmose (auch Babesiose) oder die Leishmaniose, die durch Zecken oder Mücken übertragen wird, sollte man vorbeugen. Diese Krankheitserreger tummeln sich in vielen Ferienregionen des Mittelmeerraums. Ihr Tierarzt informiert Sie, ob oder welche Impfungen ihr Tier benötigt. Sicherheitshalber sollten Sie Ihren Hund nach einer Auslandsreise entwurmen. Zeigt Ihr Tier nach einer Reise Verhaltensveränderungen wie grosse Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder Fieber, lassen Sie ihn beim Tierarzt untersuchen.

Unnötigen Stress vermeiden
Hunde reagieren ganz unterschiedlich auf eine neue Umgebung. In der Regel fühlen sie sich dort wohl, wo sich auch ihre Menschen wohlfühlen. Doch nicht alle Hunde finden «Ferien machen» so toll wie ihre Menschen. Für unsichere Hunde kann der unbekannte Ort und ein geänderter Tagesablauf eine enorme Belastung darstellen. Helfen Sie Ihrem ängstlichen Hund dabei, sich zurechtzufinden. Zeigen Sie ihm in Ruhe sein neues, vorübergehendes Zuhause und lassen Sie ihn auf seiner vertrauten Decke entspannen, bevor Sie mit ihm zu einer ersten Entdeckungstour aufbrechen. Versuchen Sie, bestimmte Rituale wie beispielsweise das Füttern genauso beizubehalten, wie ihr Hund es von zu Hause gewohnt ist, und lassen Sie ihn wenn möglich nicht alleine. Auch das Lieblingsspielzeug kann über den anfänglichen Stress ein wenig hinweghelfen.

 

Tipps für Autoreisen
Die Mehrzahl der Reisenden mit Hund fährt mit dem Auto. Deshalb sollte der Vierbeiner schon vor Reiseantritt an das Autofahren respektive an eine Hundebox langsam gewöhnt werden. Eine Autohundebox muss gross genug und vertraut sein, und das Klima im Auto sollte für den Hund angenehm sein. Lassen Sie bei warmen Temperaturen Ihren Hund, genauso wie Kinder, nicht unbeaufsichtigt im Fahrzeug. Machen Sie auf der Reise regelmässige Zwischenhalte,
damit ihr Hund sich mal die Pfoten vertreten kann und sich versäubert. Bieten Sie regelmässig Wasser an. Tipp für ängstliche Hunde: Pausieren Sie nicht in der Nähe der Autobahn, der Lärm von vorbeifahrenden LKWs und Autos kann dazu führen, dass ihr Hund sich dort nicht lösen kann. Fahren Sie lieber von der Autobahn runter und suchen Sie einen etwas ruhigeren Ort auf. Auf längeren Reisen muss auch mal gefüttert werden. Halten Sie clevererweise die
Näpfe immer griffbereit, sonst müssen Sie jedes Mal das Gepäck durchwühlen.

Muss es unbedingt eine Flugreise sein?
Wer verantwortungsvoll mit seinem Hund reisen möchte, verzichtet auf eine Flugreise. Denn der lange Aufenthalt in einer Transportkiste im Frachtraum des Flugzeugs stellt für jedes Tier eine grosse Belastung dar. Planen Sie deshalb, wenn ein Flug unbedingt sein muss, am besten einen Direktflug. Wie Tiere im Flugzeug reisen können, erfahren Sie bei der Internationalen Luftfahrtbehörde IATA. Sie hat für den Flugtransport von Tieren spezielle Richtlinien erlassen, die auch Empfehlungen für mit Tieren reisende Passagiere enthalten. Neben den IATA-Regeln sind die Bestimmungen der jeweiligen Luftfahrtgesellschaften zu beachten.

 

Tipp für Besitzer von kurzköpfigen Hunden
(Chihuahua, Mops, Boxer, Bulldogge etc.): Sie reagieren besonders empfindlich auf höhere Temperaturen. Deshalb ist von einer Reise im bei über 27 Grad abzuraten.

Welche Dokumente benötigt man?
Genau wie die Schweiz hat auch jedes andere Land seine eigenen Vorschriften und Bestimmungen, insbesondere Nicht-EU-Länder, England und skandinavische Länder. Die nötigen Informationen erhalten Sie bei den jeweiligen Konsulaten in der Schweiz. Informieren Sie sich am besten schon Monate vor dem Reiseantritt. Auf jeden Fall aber benötigen Sie einen Heimtierausweis, eine Kennzeichnung (Mikrochipnummer muss in der Schweiz registriert sein) und eine gültige Tollwutimpfung, die mindestens 21 Tage vor der Ausreise verabreicht werden muss. Beachten Sie, dass Welpen erst ab einem Alter von 12 Wochen erstmalig gegen Tollwut geimpft werden können, auch hier gilt die anschliessende Wartezeit von 21 Tagen. Wenn möglich, verzichten Sie lieber darauf, mit einem Hund unter 4 Monaten zu reisen. Denn so lange benötigt der Welpe mindestens, um sich an seine neue Familie und sein Zuhause zu gewöhnen. Ein erneuter Umgebungswechsel in den ersten Wochen und Monaten wäre eine grosse Belastung
für den jungen Hund. Denken Sie auch daran, dass Sie für die Rückreise in die Schweiz vielleicht andere Dokumente benötigen als für die Einreise in Ihr Zielland. Insbesondere sollten Sie darauf achten, dass der Tollwutschutz auch noch bei der Rückreise in die Schweiz gültig ist, sonst kann Ihnen eine Wiedereinreise verwehrt werden. Die Gültigkeitsdauer der aktuellen Impfung Ihres Tieres ersehen Sie aus dem Heimtierausweis. Viele weitere Tipps zu Ein- und Ausreisebestimmungen: www.blv.admin.ch > Rubrik Reisen mit Heimtieren.

Maulkorb und Leinenpflicht –Hundeknigge im Ferienland
Selbst wenn Sie den freundlichsten Hund der Welt besitzen, in zahlreichen Ländern müssen Sie einen Maulkorb und eine Leine zumindest mitführen. Oft hängt die Regelung auch von einzelnen Gemeinden ab. In Italien beispielsweise dürfen Hunde nur mit Maulkorb und an der Leine in öffentlichen Verkehrsmitteln mitfahren. In vielen europäischen Destinationen mit Zugang zum Meer dürfen Hunde nur auf privatem Gelände oder beispielsweise an explizit gekennzeichneten Strandabschnitten frei laufen. Wer trotzdem gerne mit seinem Hund die Ferien am Strand verbringen möchte, sollte in der Nebensaison reisen. Viele Strände öffnen dann die Pforten für wasser- und strandbegeisterte «See-Hunde». Insgesamt ist die Zahl der «Hundestrände» in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

 

Listenhunde im Ausland
Jedes Land hat seine eigene Hundeverordnung, und einigen Hunderassen wird die Einreise verwehrt. Um böse Überraschungen zu vermeiden, erkundigen Sie sich möglichst lange vor der geplanten Reise bei der Veterinärbehörde, Botschaft oder Zollstelle des Reiselandes über die Anforderungen für die Einreise. Die Ferien gemeinsam und unbeschwert mit seinem Hund geniessen, das ist glücklicherweise in vielen Regionen und Ländern inzwischen nicht nur geduldet, sondern ausdrücklich erwünscht. Zahlreiche Hotels, B&Bs und Ferienhausbesitzer
haben sich inzwischen auf Hundegäste spezialisiert. So fällt es auch nicht schwer, das passende Reiseziel zu finden.

 

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